Arizer Solo 3 V2 im Test: Lohnt sich das Upgrade?

Arizer hat mit dem Solo 3 V2 nachgelegt — und zwar ordentlich. Der kanadische Hersteller packt einen 5000-mAh-Akku in ein Gerät, das kaum 230 Gramm wiegt. Dazu USB-C, ein überarbeitetes Airflow-Design und das bewährte Glasstem-System. Ich hab den Solo 3 V2 über mehrere Wochen getestet und kann jetzt einschätzen, ob sich der Kauf lohnt oder ob man beim Vorgänger bleiben sollte.

Kurz gesagt: Der Solo 3 V2 ist Arizers bisher bester Portable. Die Akkulaufzeit ist für ein Gerät dieser Größe außergewöhnlich, die Dampfqualität bleibt auf dem gewohnt hohen Niveau, und USB-C war längst überfällig. Wer einen zuverlässigen Session-Vaporizer für zu Hause und unterwegs sucht, bekommt hier ein richtig solides Gesamtpaket.

Erster Eindruck: Vertraut, aber verfeinert

Wer schon mal einen Arizer in der Hand hatte, fühlt sich sofort zu Hause. Das Gehäuse liegt gut in der Hand, die Verarbeitung ist tadellos. Arizer setzt weiterhin auf gebürstetes Aluminium — das wirkt wertig und ist weniger anfällig für Fingerabdrücke als glänzende Oberflächen.

Das OLED-Display zeigt die aktuelle und die Zieltemperatur an, dazu den Akkustand. Die Bedienung läuft über zwei Tasten an der Vorderseite. Temperatur einstellen, einschalten, fertig. Kein Bluetooth, keine App, kein Schnickschnack. Manche mögen das als Nachteil sehen — ich finde es erfrischend. Gerade bei einem Vaporizer will ich nicht erst eine App öffnen müssen, bevor ich loslegen kann.

Was mir direkt aufgefallen ist: Der USB-C-Anschluss an der Unterseite. Endlich. Arizer hat sich damit viel Zeit gelassen, aber besser spät als nie. Das Ladekabel liegt bei, und mit einem handelsüblichen USB-C-Schnellladegerät geht das Aufladen deutlich flotter als beim Vorgänger mit Micro-USB oder proprietärem Stecker.

Das Glasstem-System kennt man von Arizer: Ein Borosilikatglas-Rohr wird oben in den Ofen gesteckt, das Kraut kommt in die kleine Kammer am Ende des Stems. Das Glas lässt sich leicht einsetzen und herausziehen, sitzt aber fest genug, dass nichts wackelt.

Was ist neu im V2?

Auf den ersten Blick sieht der Solo 3 V2 seinem Vorgänger sehr ähnlich. Die Unterschiede stecken aber im Detail — und sie machen im Alltag einen echten Unterschied.

Akku: Der offensichtlichste Sprung. 5000 mAh statt der kleineren Zelle im Solo 3. Das klingt nach Marketing-Buzzword, aber im Test merkt man es sofort. Ich komme locker auf 12 bis 15 Sessions mit einer Ladung, je nach Temperatur. Das ist für einen Portable dieser Größenklasse wirklich ungewöhnlich.

USB-C Fast Charging: Statt dem alten Ladegerät gibt es jetzt USB-C mit Schnellladefunktion. In gut einer Stunde ist der Akku von leer auf voll. Das macht den Solo 3 V2 deutlich reisetauglicher — ein Powerbank-Kabel reicht unterwegs aus.

Verbesserter Airflow: Arizer hat den Luftstrom überarbeitet. Die Zugwiderstandsregelung ist etwas offener als beim Vorgänger. Man muss nicht mehr ganz so kräftig ziehen, um vernünftigen Dampf zu bekommen. Für einen Session-Vaporizer mit Glasstem ist der Widerstand jetzt genau richtig — nicht zu locker, nicht zu eng.

Schnellere Aufheizzeit: 15 Sekunden bis zur Betriebstemperatur. Das ist ein spürbarer Fortschritt gegenüber dem Solo 2, der eher 25 bis 30 Sekunden brauchte. Klar, On-Demand-Geräte sind schneller. Aber für einen Session-Vaporizer mit Hybrid-Heizung sind 15 Sekunden absolut in Ordnung.

Dosing Capsules: Der Solo 3 V2 ist mit Dosierkapseln kompatibel. Für unterwegs ein großes Plus — Kraut vorportionieren, Kapsel einsetzen, dampfen, fertig. Die Reinigung wird dadurch auch einfacher, weil der Ofen sauber bleibt.

Dampfqualität: Arizer liefert ab

Hier war ich besonders gespannt. Arizer hat beim Solo 2 schon sehr guten Dampf geliefert — wie schlägt sich der Solo 3 V2?

Die Hybrid-Heizung kombiniert Konvektion und Konduktion. In der Praxis heißt das: Das Kraut wird gleichmäßig erhitzt, sowohl durch den heißen Ofen als auch durch die durchströmende Luft. Das Ergebnis ist dichter, aromatischer Dampf mit wenig Verbrennungsgeschmack — auch bei höheren Temperaturen.

Der Temperaturbereich geht von 50 bis 220 Grad Celsius. Realistisch dampft man aber zwischen 170 und 210 Grad. Bei 180 Grad bekommt man leichten, geschmackvollen Dampf mit viel Aroma. Bei 200 Grad wird es dichter und kräftiger. Und bei 210 bis 220 Grad holt man das Maximum raus, allerdings auf Kosten des Geschmacks — da wird es etwas harsch.

Das Glasstem-System hat einen großen Vorteil gegenüber Kunststoff-Mundstücken: Der Dampf kühlt auf dem Weg durch das Glas ab und schmeckt sauberer. Man schmeckt wirklich nur das Kraut, keine Plastik- oder Silikonnoten. Wer den reinen Geschmack schätzt, kommt an Glas kaum vorbei.

Was mich positiv überrascht hat: Die Dampfproduktion in den ersten drei bis vier Zügen. Durch die schnellere Aufheizzeit und den verbesserten Airflow kommt der Dampf schneller und dichter als beim Solo 2. Die Session fühlt sich insgesamt runder an — weniger tote Züge am Anfang, gleichmäßigere Dampfentwicklung über die gesamte Session.

Noch ein Wort zur Wasserfilterung: Der Solo 3 V2 ist wasserpfeifen-kompatibel. Mit dem passenden Adapter (WPA) lässt sich der Dampf durch Wasser filtern. Das macht den Dampf nochmal spürbar weicher und kühler — gerade bei höheren Temperaturen eine echte Aufwertung.

Der 5000-mAh-Akku: Ein echtes Argument

Ich gebe zu, bei Akku-Angaben bin ich skeptisch. Hersteller werfen gerne mit großen Zahlen um sich, und am Ende hält das Gerät trotzdem nur fünf Sessions. Beim Solo 3 V2 stimmen die Angaben aber tatsächlich.

In meinem Test bei durchschnittlich 195 Grad kam ich auf 13 Sessions pro Ladung. Sessions von jeweils etwa 8 bis 10 Minuten. Das sind gut zwei Stunden reine Dampfzeit. Zum Vergleich: Der Solo 2 schafft etwa 7 bis 8 Sessions, der Mighty+ liegt bei 8 bis 10 Sessions mit seinem 3400-mAh-Akku.

Für wen ist das relevant? Für alle, die den Vaporizer regelmäßig unterwegs nutzen. Wer nur zu Hause dampft, steckt das Gerät ohnehin an die Steckdose. Aber auf Reisen, beim Wandern, auf Festivals oder einfach bei einem langen Tag ist es beruhigend zu wissen, dass der Akku locker durchhält.

USB-C macht die Sache noch praktischer. Statt ein proprietäres Ladegerät mitzuschleppen, reicht das gleiche Kabel, das auch das Handy lädt. Mit einem 45-Watt-Ladegerät ist der Solo 3 V2 in etwa 70 Minuten wieder voll. Das ist für einen 5000-mAh-Akku eine ordentliche Leistung.

Ein Punkt, der mir aufgefallen ist: Passthrough Charging funktioniert. Man kann den Solo 3 V2 also nutzen, während er am Ladekabel hängt. Praktisch, wenn der Akku mal doch leer sein sollte und man nicht warten will.

Solo 3 V2 vs Solo 2: Der direkte Vergleich

Viele werden sich fragen: Ich hab den Solo 2, soll ich upgraden? Hier die harten Fakten:

Merkmal Arizer Solo 2 Arizer Solo 3 V2
Heizungstyp Hybrid (Konv./Kond.) Hybrid (verbessert)
Temperaturbereich 50–220 °C 50–220 °C
Aufheizzeit ~25 s ~15 s
Akku 3200 mAh 5000 mAh
Ladeanschluss DC-Barrel USB-C (Fast Charging)
Sessions pro Ladung 7–8 12–15
Dosierkapseln Nein Ja
Wasserpfeife Ja (WPA) Ja (WPA)
Gewicht ~210 g ~230 g
Garantie 2 Jahre 2 Jahre
Preis (ab) ~90 € ~120 €

Meine Einschätzung: Wer den Solo 2 hat und zufrieden ist, muss nicht sofort upgraden. Die Dampfqualität ist ähnlich gut. Wer allerdings regelmäßig unter dem schwachen Akku oder dem umständlichen Ladegerät leidet, für den lohnt sich der Solo 3 V2 definitiv. USB-C allein ist schon ein starker Grund, die schnellere Aufheizzeit und die Dosierkapsel-Kompatibilität kommen obendrauf.

Für Neukäufer ist die Sache klar: Der Solo 3 V2 ist die bessere Wahl. Der Preisunterschied von rund 30 Euro rechtfertigt die Verbesserungen locker.

Solo 3 V2 vs Mighty+: Andere Liga?

Der Mighty+ von Storz & Bickel ist der Platzhirsch bei den portablen Session-Vaporizern. Wie schlägt sich der Solo 3 V2 im Vergleich?

Beim Dampfvolumen hat der Mighty+ die Nase vorn. Die größere Kammer und der kräftigere Heizer produzieren etwas dichtere Wolken. Der Unterschied ist da, aber nicht riesig — vielleicht 15 bis 20 Prozent mehr Dampf beim Mighty+.

Beim Geschmack nehmen sich die beiden wenig. Das Glasstem-System des Solo 3 V2 liefert etwas reineren Geschmack, der CU des Mighty+ ist dafür praktischer für unterwegs. Glasstems sind zerbrechlich — das muss man bedenken.

Beim Akku gewinnt der Solo 3 V2 klar. 5000 mAh gegen 3400 mAh. In der Praxis sind das vier bis fünf Sessions mehr pro Ladung. Und USB-C hat der Mighty+ auch erst seit kurzem.

Preislich liegt der Solo 3 V2 deutlich unter dem Mighty+. Ab rund 120 Euro bekommt man ein Gerät, das in vielen Bereichen mithalten kann. Der Mighty+ kostet fast das Dreifache. Ob der Aufpreis gerechtfertigt ist, hängt davon ab, wie wichtig einem das letzte Quäntchen Dampfleistung ist.

Reinigung und Pflege

Die Reinigung ist einer der größten Pluspunkte des Arizer-Systems. Das Glasstem lässt sich einfach herausziehen und in Isopropylalkohol einlegen. Nach 20 Minuten kurz abspülen, trocknen lassen, fertig. Der Ofen selbst bleibt relativ sauber, weil das Kraut im Stem sitzt und nicht direkt im Gerät.

Mit Dosierkapseln wird es noch einfacher. Die Kapseln fangen den ganzen Rückstand auf, der Stem bleibt sauber. Man tauscht einfach die Kapsel aus und dampft weiter. Die gebrauchten Kapseln sammelt man und reinigt sie dann alle auf einmal im Alkoholbad.

Was man regelmäßig machen sollte: Den Siebring im Stem prüfen. Der setzt sich mit der Zeit zu und beeinträchtigt den Luftstrom. Ein schneller Blick nach jeder dritten oder vierten Session reicht. Bei Bedarf mit einer feinen Bürste oder einem Zahnstocher frei machen.

Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Nach der Session den Stem nicht sofort herausziehen, sondern kurz abkühlen lassen. Das Harz härtet etwas an und lässt sich dann sauberer entfernen. Wenn man den Stem im heißen Zustand rauszieht, verschmiert das Harz manchmal am Ofenrand.

Ersatzstems kosten um die 8 bis 12 Euro und sind in verschiedenen Längen erhältlich. Ich empfehle, mindestens zwei zu haben — einen in Gebrauch, einen sauber und griffbereit. Glasstems sind zwar robust, aber halt Glas. Auf harten Böden überleben sie einen Sturz nicht.

Kleinere Kritikpunkte

Kein Test ohne Kritik. Der Solo 3 V2 hat ein paar Schwächen, die ich nicht verschweigen will:

Glasstems sind fragil. Wer den Vaporizer viel unterwegs nutzt, braucht ein Case oder eine Schutzhülle für die Stems. Ohne Schutz ist ein Bruch nur eine Frage der Zeit. Arizer könnte hier einen Reise-Case beilegen — tut es aber nicht.

Die Session-Abschaltung nach 15 Minuten nervt manchmal. Wer langsam dampft und zwischendurch Pausen macht, muss das Gerät neu starten. Das ist eine Sicherheitsfunktion und nachvollziehbar, aber ein optionaler Long-Session-Modus wäre schön gewesen.

Kein App-Support. Für die meisten ist das kein Problem. Wer aber präzise Temperaturprofile oder Session-Statistiken will, muss auf Geräte wie den Mighty+ oder den Crafty+ ausweichen. Der Solo 3 V2 macht es simpel — und damit bewusst anders.

Der Stem ragt oben raus. Das ist designbedingt und bei allen Arizer-Geräten so. In der Hosentasche geht das nicht, man braucht eine Tasche oder einen Rucksack. Für ein reines Unterwegs-Gerät in der Jackentasche gibt es kompaktere Alternativen.

Fazit: Der beste Arizer Portable — mit Abstand

Der Arizer Solo 3 V2 macht vieles richtig und wenig falsch. Die Dampfqualität ist hervorragend, der Geschmack durch das Glasstem-System glasklar, und der 5000-mAh-Akku setzt einen neuen Standard in dieser Geräteklasse. USB-C und schnelles Laden waren überfällig und machen das Gerät alltagstauglicher als jeden Arizer davor.

Für wen ist der Solo 3 V2? Für alle, die einen unkomplizierten, geschmacksstarken Session-Vaporizer mit ausdauerndem Akku suchen. Wer überwiegend zu Hause dampft und gelegentlich unterwegs, bekommt hier ein Gerät, das in den nächsten Jahren nicht langweilig wird. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt — ab rund 120 Euro gibt es wenig Vergleichbares in dieser Qualität.

Nicht geeignet ist der Solo 3 V2 für On-Demand-Nutzer, die schnelle Einzelzüge wollen. Dafür gibt es DynaVaps oder den Tinymight. Und wer maximale Diskretion braucht, greift besser zu einem kompakteren Gerät ohne abstehenden Glasstem.

Aber für den klassischen Session-Dampfer — egal ob Einsteiger oder erfahrener Nutzer — ist der Arizer Solo 3 V2 eine klare Empfehlung.

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